
Wie lassen sich Gesundheitstrends authentisch in Hotelkonzepte integrieren? Unter anderem darüber diskutierten die Teilnehmenden beim diesjährigen Trend Talk des Spa Camps.
Beim diesjährigen Spa Camp Trend Talk kamen rund 50 Branchenexperten zusammen, um aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Spa, Wellness und Gesundheit zu diskutieren und deren Bedeutung für die Hotellerie zu bewerten. Im Zentrum der Gespräche standen die Themen Longevity, Genuss sowie der nachhaltige Umgang mit Ressourcen.
Longevity: Ein Trend der bleibt?
Zum Einstieg fand eine Podiumsdiskussion mit Katharina Pirktl, Gastgeberin im Alpenresort Schwarz, Camilla Holm, Spa-Managering im Great Northern und Ronald Burger, Inhaber von Source Gesundheitsberatung, statt. Ein zentrales Thema war die zunehmende Bedeutung von Longevity, das laut Burger als Teil des Megatrends Gesundheit zunehmend an Bedeutung gewinnt. Der Begriff habe sich als eine Art „Heiliger Gral“ etabliert, da er das Bedürfnis nach gesundem Altern und einem langen Leben adressiere. Besonders für Hotels stelle sich die Frage, wie sich Longevity authentisch und „nicht additiv“ in bestehende Konzepte integrieren lasse.

Camilla Holm betonte, dass Hotels „in diesem Zusammenhang den Mut haben sollten, Dinge auch bewusst wegzulassen.“ Der Mut zur Reduktion habe oft positive Effekte auf Nachhaltigkeit habe, etwa durch den Verzicht auf gedruckte Spa-Broschüren.
Katharina Pirktl unterstrich die Chance für die Spa-Hotellerie, Gesundheit und Wellness auf ein neues Niveau zu heben. Gäste seien zunehmend bereit, sich auch im Urlaub mit ihrer Gesundheit auseinanderzusetzen. Dabei sei eine klare Positionierung essenziell.
Mitarbeitende sind wichtiger Faktor
Auch die Einbindung von Mitarbeitenden sei ein entscheidender Faktor. Im Alpenresort Schwarz haben Angestellte beispielsweise Zugang zur Kältekammer und können ihre Familien mitbringen. Zudem wurde eine eigene Gesundheitswoche für das 180-köpfige Hotel-Team initiiert, an der auch Gäste sowie Dorfbewohner teilnahmen.
Das Thema Genuss wurde ebenfalls beleuchtet. Camilla Holm verwies dabei auf das dänische Hygge-Konzept, das den bewussten Genuss in den Mittelpunkt stellt. „Genuss muss nicht mehr unbedingt Schlemmen sein,“ ergänzte Katharina Pirktl. So sei heute das Frühstückstangebot viel gesünder. „Auch die Bar ist kleiner geworden, dafür aber der Fitnessbereich größer.“
Eine weitere Trendbewegung sieht Ronald Burger in einer Rückkehr zur Achtsamkeit. Während Functional Training und Crossfit weiterhin populär sind, gewinnen sanftere Bewegungsformen wie Qi-Gong, Fasziengymnastik oder Atemtraining an Bedeutung. Gäste schätzten kürzere, lehrreiche Angebote, die ihnen dennoch Raum für individuelle Erholung lassen.
Kontrovers diskutiert wurde die Rolle von Spiritualität im Spa-Angebot. Während sie im Great Northern keine zentrale Rolle spielt, ist sie im Alpenresort Schwarz etwa in Paarseminaren oder Beziehungsretreats integriert. Pirktl betonte, dass Unternehmen ebenso wie Menschen einen individuellen Spirit haben, der nicht ausgeblendet werden sollte.
Zwischen Technologie und Nachhaltigkeit
Auch Technologie nimmt eine immer größere Rolle in der Gesundheitsförderung ein. Ronald Burger wies auf die zahlreichen digitalen Möglichkeiten zur Gesundheitsüberwachung hin. Die Verbindung von Technologien mit Spa-Hotels könnte innovative Angebote wie personalisierte Schlaf-Retreats ermöglichen. „Technik muss einfach und intuitiv sein und darf auch nicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen“, ergänzt Holm an dieser Stelle.
Diese verwies auch noch einmal auf Nachhaltigkeit unverzichtbaren Bestandteil der Wellnessbranche. Sie betonte, dass wahre Gesundheit nur in einer intakten Natur möglich sei und Gäste heute ein nachhaltiges Engagement von Hotels erwarteten. red/sar