Viele Hotels bieten flexible Optionen für ihr Frühstück, um unterschiedliche Ansprüche zu erfüllen. Wir haben drei praktische Konzepte unter die Lupe genommen. Sie richten sich an Gäste, die sich morgens möglichst wenig Zeit nehmen wollen.
Der Alltag wird für viele Menschen stetig schneller und hektischer. Das wirkt sich auf die Erwartungen an das Frühstück im Hotel aus. „Gäste suchen immer öfter nach flexiblen und gleichzeitig hochwertigen Frühstücksangeboten“, betont Pauline Le Coz, F&B&E Managerin für Europa und Nordafrika der Tribe Hotels.
Unkompliziert mit Grab-and-Go-Shop
So bietet beispielsweise das Tribe Düsseldorf neben dem klassischen Frühstücksbuffet den sogenannten Social Hub an – einen rund um die Uhr geöffneten Grab-and-Go-Shop. Dort finden die Gäste eine Auswahl an Sandwichs, Heißgetränken sowie innovativen Getränken wie Kollagenwasser. „Besonders in den frühen Morgenstunden verwandelt sich der Social Hub in einen Treffpunkt für Gäste, die ein schnelles und unkompliziertes Frühstück bevorzugen“, sagt Le Coz. Das Konzept spreche vor allem Geschäftsreisende und Coworker an, die aufgrund früh beginnender Meetings Wert auf Schnelligkeit legen. Es werde auch von Touristen gern genutzt, die früh in ihren Tag starten möchten. Gleichzeitig betont Le Coz, das Grab-and-Go-System konkurriere nicht mit dem traditionellen Frühstücksbuffet – es sei eine Ergänzung, keine Alternative.
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Kompaktes Angebot für kleine Meetings
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Einen anderen Ansatz verfolgt der Adlon To Go Coffee Shop im Hotel Adlon in Berlin. „Mit unserem Angebot sprechen wir vor allem Geschäftsleute an, die in einer entspannten Umgebung kleine Meetings oder Termine wahrnehmen möchten“, so Claudia Brischa, Supervisorin des Cafés. Das morgendliche Angebot umfasse unter anderem belegte Brötchen, herzhafte Cronuts sowie Snacks, die aus der hauseigenen Patisserie stammen. Auch die zentrale Lage direkt am Pariser Platz ziehe Gäste an, die ein kompaktes Frühstück suchen, bevor sie in den Tag starten: „Sie schätzen die Möglichkeit, aus einer breiten Auswahl an frischen Produkten zu wählen, die schnell verfügbar sind.“
Pragmatisch auf kleinem Raum
Das Sorat Hotel in Berlin hingegen setzt auf ein pragmatisches Frühstücksangebot. „Wir haben keinen Platz für eine Küche oder einen großen Frühstücksraum“, so General Manager Matthias Kummer. Stattdessen bietet das Hotel frische Croissants – von klassisch über Schoko bis Lauge – sowie Heißgetränke in verschiedenen Variationen an. „Für unsere Gäste ist es wichtig, ein unkompliziertes Frühstück zu haben“, so Kummer.
Fokus auf Nachhaltigkeit
„Nachhaltigkeit und Transparenz sind für uns keine Option, sondern ein Muss“, sagt Pauline Le Coz. Im Tribe Düsseldorf liegt der Fokus auf lokalen biologischen und nachhaltigen Produkten von ausgewählten Partnern. „Wir arbeiten für das Hotel nur mit zwei bis drei Lieferanten. So können wir die Prozesse vereinfachen, und gleichzeitig wird alles täglich frisch und hausgemacht zubereitet.“
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Ein durchdachtes Bestandsmanagement im Tribe sorgt dafür, dass Abfall vermieden wird und frische Produkte stets verfügbar sind. Auch beim Zahlungssystem wird auf Einfachheit gesetzt: „Unsere Gäste können direkt über das F&B-Kassensystem oder an der Rezeption zahlen“, so Le Coz.
Im Sorat Hotel wird Nachhaltigkeit mit Pragmatismus kombiniert. Matthias Kummer: „Der Preis ist mit 4,50 Euro kalkuliert und im Zimmerpreis enthalten.“ Croissants werden einmal wöchentlich bei einem lokalen Bäcker bestellt und das Rezeptionsteam übernimmt anschließend die Frühstücksvorbereitung. Der Ansatz reduziere nicht nur die Lebensmittelverschwendung, sondern auch die Betriebskosten. „Wichtig ist, dass das Angebot klar kommuniziert wird, damit unsere Gäste genau wissen, was sie erwartet“, betont Kummer.
Das Frühstück im Adlon To Go Coffee Shop wird besonders von Geschäftsreisenden geschätzt, die hochwertige Produkte zu fairen Preisen suchen. Um Qualität und Service auf hohem Niveau zu halten, investiert das Hotel in Schulungen wie Baristakurse und Verkaufstrainings fürs Team. Überdies wird das Recup-Pfandsystem als nachhaltige Lösung genutzt, um Einwegverpackungen zu vermeiden. In allen drei Hotels spielen plastikfreie Verpackungen, lokale Lieferanten und effiziente Abläufe eine zentrale Rolle, um die Umweltbelastung zu reduzieren und ein hochwertiges Frühstück anzubieten. Alle teilen die Überzeugung, dass Informationen zum flexiblen Frühstück deutlich kommuniziert werden müssen. „Gäste erwarten klare und verständliche Informationen – zu Nachhaltigkeit, Preisen oder angebotenen Leistungen“, betont Pauline Le Coz. Nur durch gezielte Ansprache ließen sich Missverständnisse vermeiden und die Zufriedenheit der Gäste langfristig sichern.
Expertentipp: Shopsystem statt Buffet
von Alexander Hannekum, Business Development Manager, Wanzl Hotel Services
Wie tragen Shopsysteme zur Optimierung des Frühstücksangebots bei?
Mit verschiedenen Modulen wie Backwaren-Display, Coffee Station oder Kühlregalen lässt sich in der Lobby ein vielfältiges Frühstücksangebot realisieren. Der Erfolg hängt davon ab, dass das Sortiment zu den Bedürfnissen der Zielgruppe passt.
Wie werden Nachhaltigkeit und Hygiene sichergestellt?
Module erlauben es den Hotels, lokale und saisonale Produkte anzubieten. Die Materialien sind pflegeleicht, desinfektionsbeständig und hygienisch. Optional können die Regale mit einer langlebigen KTL-Beschichtung versehen werden.
Wie wirtschaftlich sind diese Systeme für Hotels?
Durch das modulare Baukastensystem mit standardisierten Komponenten lassen sich die Mini-Markets kosteneffizient umsetzen. Die Hotels betreiben diese in Eigenregie: Sie bestimmen das Sortiment selbst und der Umsatz verbleibt vollständig im Haus.
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Bild: Wanzl Hotel Services